Im letzten Beitrag zu PHP2Shell hatte ich es angekündigt: Die neue Website ist online. Sie sieht anders aus, wichtiger ist aber der Inhalt. Die alte Seite beschrieb vor allem, was ich in den letzten zwanzig Jahren gemacht habe. Die neue beschreibt, was ich heute mache und warum.
Was sich geändert hat
Kurz gesagt: Ich berate und befähige IT-Teams. Mein fachlicher Schwerpunkt bleibt derselbe, d.h. Datenbanken und datenbanknahe Systeme, bevorzugt Open Source unter Linux. Ich sehe sie heute konsequenter als Teil einer resilienten Infrastruktur, zusammen mit Automatisierung (Ansible, Kubernetes) und IT-Sicherheit von Anfang an.
Verschoben hat sich meine Rolle. Früher habe ich Systeme vor allem selbst aufgebaut und betreut. Heute arbeite ich mit den Leuten, die das System danach betreiben, an genau diesem System. Am Ende soll das Wissen im Team des Kunden liegen. Das gilt auch dann, wenn ich wieder weg bin.
Warum jetzt
Für die Neuausrichtung gab es mehrere Anlässe, die zeitlich zusammenkamen.
Zwanzig Jahre Selbstständigkeit. 2025 bin ich zwanzig Jahre selbstständig gewesen, seit 28 Jahren arbeite ich in IT-Projekten. Das war ein guter Zeitpunkt für eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was mache ich gern, was können andere besser, und wo werde ich in fünf Jahren gebraucht?
Die Know-how-Träger gehen. In vielen Unternehmen, besonders im Oracle-Umfeld, gehen in den nächsten Jahren die Leute in den Ruhestand, die die Systeme aufgebaut haben. Ich habe an der Entwicklung vieler dieser Altsysteme selbst mitgearbeitet. Wenn das Wissen nur noch in einem Kopf liegt, ist das ein Betriebsrisiko, und ein externer Dienstleister löst es nur auf Zeit.
KI verändert die Arbeit. Im Juli habe ich bei einem Refactoring-Projekt für einen Softwarehersteller mit KI rund ein Zehntel der sonst nötigen Zeit gebraucht. Das hat meinen Blick auf meine eigene Arbeit verändert. Wenn die Umsetzung so viel schneller geht, wird etwas anderes knapp: Überblick, ein roter Faden und eine Architektur, die auch in zwei Jahren noch trägt. Dazu braucht es Leute im Haus, die beurteilen können, was die KI liefert. KI verstärkt vorhandene Kompetenz, sie ersetzt sie aber nicht. Damit wird für ein kleines, kompetentes Kernteam erreichbar, wofür früher eine eigene Entwicklungsabteilung nötig war.
Souveränität im Ernstfall. Die Woche mit PHP2Shell hat es im Kleinen gezeigt: Handlungsfähig ist, wer seine Systeme kennt, Updates schnell einspielen kann und das Wissen im eigenen Team hat. Das deckt sich mit dem, was ich in Kundenprojekten sehe.
Die Menschen. Mit den Jahren ist mir klar geworden, dass mindestens zwei Drittel meiner Arbeit mit Menschen zu tun haben: mit Teams, die mit dem Tagesbetrieb voll ausgelastet sind, mit Kollegen, die gehen, und mit Entscheidungen, die jemand verstehen muss. Daher kommt mein Grundsatz: Ich passe die Technik an die Menschen an, nicht umgekehrt.
Was das konkret heißt
Der Einstieg ist ein individueller Modernisierungs-Workshop: ein Tag online, mit Führungsteam und IT, zum Festpreis von 2.900 €. Der Kunde bringt drei exemplarische Probleme aus seinem Betrieb mit. Wir grenzen die Ursachen ein und legen die nächsten Schritte fest. Das Ergebnis ist ein roter Faden für die Modernisierung, umsetzbar auch ohne mich.
Danach geht es in drei Phasen weiter: analysieren, Systeme stabilisieren und Routinearbeit automatisieren, dann mit der gewonnenen Zeit modernisieren. Das Team baut und betreibt, ich berate und befähige. Für klar umrissene Aufgaben biete ich Pakete an, alles Weitere rechne ich wie bisher nach Aufwand ab.
Wie die Website entstanden ist
Die Website habe ich selbst gebaut, das Design ist ein eigenes WordPress-Theme, „Schichten“. Schriften und Skripte liefert der Server aus, Cookies und Tracking setzt die Seite keine. Die Seite folgt der hellen oder dunklen Einstellung Ihres Systems, ein Schalter im Kopf stellt sie um. Damit ist die Website selbst ein kleines Beispiel für das, wofür ich stehe: offen, nachvollziehbar und unter eigener Kontrolle.
Die Inhalte sind in den letzten Monaten in einem Positionierungs-Coaching und einem Storytelling-Workshop entstanden. Dazu schreibe ich nächstes Jahr voraussichtlich mehr, denn der Weg dorthin war selbst ein Stück Transformation. Beim Formulieren hat mich KI unterstützt, jeden Text habe ich selbst geprüft und verantworte ihn.
Wie es weitergeht
Am 12. November sind wir mit einem Stand auf dem IT-Kongress an der Hochschule Neu-Ulm. Das Motto passt in diesem Jahr fast wörtlich zu meiner neuen Ausrichtung. Danach baue ich die Website weiter aus, z.B. mit weiteren Angeboten. Der Blog bleibt, was er war: Notizen aus dem laufenden Betrieb.
Wenn Sie wissen möchten, ob das zu Ihrer Situation passt, schreiben Sie mir einfach eine kurze E-Mail. Das Erstgespräch ist kostenfrei.