Eine Woche, drei kritische Lücken, eine Produktionsstörung und was das mit Digitaler Souveränität zu tun hat

Warum diese Seite offline war

Wer in der vergangenen Woche fm-berger.de aufgerufen hat, sah nur eine Wartungsseite mit einem Hinweis auf PHP2Shell. Das war Absicht.

PHP2Shell ist der Name für zwei kritische Sicherheitslücken in PHP (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619), der Programmiersprache, auf der ein großer Teil aller Websites läuft, auch WordPress. Über die Lücken können Angreifer ohne Anmeldung die Kontrolle über einen Server übernehmen. Das Unangenehme daran: Die Details wurden öffentlich, bevor es ein Update gab.

Ich hatte die Wahl zwischen „hoffen, dass es mich nicht trifft“ und „abschalten, bis das Update eingespielt ist“. Ich habe abgeschaltet. Eine Wartungsseite kostet mich wenig, ein gekaperter Server deutlich mehr.

Es blieb nicht bei PHP

In dieselben Tage fielen zwei weitere Sicherheitsupdates für kritische Lücken:

  • Oracle hat mit seinem vierteljährlichen Sicherheitsupdate rund 1.200 Lücken quer durch seine Produkte geschlossen, mehrere davon mit der höchsten Gefährdungsstufe. Einen Tag später kam noch ein außerplanmäßiges Notfall-Update für Java hinterher (CVE-2026-91403).
  • Node.js, eine weit verbreitete Plattform für Webanwendungen, musste eine kritische Lücke schließen, über die sich Schadcode einschleusen lässt (CVE-2026-111497). Hier reicht es nicht, das Update einzuspielen: Jede laufende Anwendung muss neu gebaut und neu gestartet werden, sonst bleibt sie verwundbar.

Und weil Sicherheitslücken sich nicht nach dem Kalender richten, hatte ein Kunde in derselben Woche noch eine kritische Produktionsstörung. Ein zentrales System stand, die Ursache lag nicht dort, wo sie zuerst vermutet wurde.

Keine dieser Nachrichten war für sich außergewöhnlich. Ungewöhnlich war nur, dass alles gleichzeitig kam. Genau dann zeigt sich, wie es um eine IT-Landschaft tatsächlich steht.

Was das mit Digitaler Souveränität zu tun hat

„Digitale Souveränität“ wird meist als Standortfrage diskutiert: europäische Cloud, deutsches Rechenzentrum. Das ist ein Teil. In einer Woche wie dieser wird aber ein anderer Teil sichtbar, und der ist handfester:

Können Sie selbst entscheiden und handeln, wenn es darauf ankommt?

Konkret heißt das:

  1. Wissen, was läuft. Wer am Dienstagmorgen nicht in einer Viertelstunde sagen kann, welche Systeme PHP, Node.js oder welche Oracle-Komponente in welcher Version einsetzen, verliert die ersten Stunden mit Suchen statt mit Handeln.
  2. Updates in Stunden einspielen können, nicht in Wochen. Der Node.js-Fall zeigt es: Ein Patch nützt erst, wenn Images neu gebaut und Dienste neu ausgerollt sind. Mit einer automatisierten, reproduzierbaren Bereitstellung ist das Routine. Ohne sie ist es ein Projekt.
  3. Auf aktuellen Versionen stehen. Die PHP-Fixes gibt es offiziell nur für 8.2 bis 8.5. Wer noch auf 8.1 oder älter läuft, bekommt vom Projekt selbst keinen Patch mehr und ist auf Backports von Distribution oder Hoster angewiesen, oder bleibt verwundbar. Veraltete Systeme sind nicht nur technische Schuld, sie sind im Ernstfall eine Sackgasse.
  4. Nicht vom Zeitplan oder Vertrag eines Herstellers abhängen. Oracle liefert Sicherheitsupdates quartalsweise, und den Zugang zu den Patches gibt es nur mit laufendem Supportvertrag. Das ist legitim, aber es ist eine Abhängigkeit, die man bewusst eingehen sollte und nicht nebenbei.
  5. Das Wissen im eigenen Team haben. Bei der Produktionsstörung hat am Ende nicht ein Werkzeug geholfen, sondern Menschen, die das System verstehen. Wenn dieses Wissen nur bei einem externen Dienstleister liegt, ist man im Ernstfall dessen Verfügbarkeit ausgeliefert.

Ich habe meine Website abschalten können, weil ich sie selbst betreibe und selbst entscheiden konnte. Das ist im Kleinen genau das, worum es im Großen geht.

Modernisierung ist Sicherheitsarbeit

Daraus folgt für mich ein Punkt, der in Modernisierungsdiskussionen oft untergeht: Die Ablösung von Altsystemen, Automatisierung und der Weg zu offenen, gut gepflegten Plattformen sind keine Komfortthemen für ruhige Zeiten. Sie entscheiden darüber, ob eine Woche wie die letzte ein paar Stunden geplante Arbeit bedeutet oder mehrere Tage Ausnahmezustand.

Das gilt auch für die Frage Oracle oder PostgreSQL. Es geht dabei weniger um die Lizenzkosten als darum, wer bestimmt, wann und wie Sie Ihre Systeme absichern können.

In eigener Sache: Es kommt etwas Neues

Diese Website ist in die Jahre gekommen, und sie beschreibt auch nicht mehr ganz, was ich heute mache. Deshalb ist in den letzten Monaten eine neue entstanden, die in den nächsten Tagen online geht.

Der Kern: Ich arbeite an der Schnittstelle von Datenbankbetrieb und Infrastrukturautomatisierung, mit Oracle und PostgreSQL, Linux, Ansible und Kubernetes. Und ich arbeite mit IT-Teams, nicht an ihrer Stelle. Mein Ziel ist, dass Ihr Team seine Systeme selbst beherrscht, unabhängig davon, wer sie ihm verkauft hat. Der Unterschied zu einem Betriebsvertrag ist nicht die Technik, sondern wo das Wissen liegt, wenn ich wieder weg bin.

Quellen:

Weihnachts- und Neujahrsgruss

Zum Jahresausklang möchten wir innehalten und Danke sagen – für das Vertrauen, die partnerschaftliche Zusammenarbeit und den offenen Austausch in einem Jahr, das uns alle gefordert hat.

Das Jahr 2025 war geprägt von dynamischen Veränderungen, wirtschaftlichen Unsicherheiten und tiefgreifenden Transformationen in vielen Branchen. Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, wie wichtig Verlässlichkeit, Innovationskraft und ein klarer Blick nach vorn sind. Gemeinsam haben wir Entwicklungen gestaltet, neue Wege beschritten und wichtige Grundlagen für die Zukunft gelegt.

Mit Zuversicht und Neugier blicken wir auf das Jahr 2026. Insbesondere in den Bereichen LoRaWAN und IT-Sicherheit planen wir im kommenden Jahr spannende Neuerungen sowie die gezielte Erweiterung unseres Dienstleistungsangebotes.

Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen, Innovationen aktiv mitzugestalten und auch künftig ein verlässlicher Partner in einer sich wandelnden digitalen Welt zu sein.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen erfolgreichen, gesunden Start in ein spannendes Jahr 2026.

Herzliche Grüße
Das Team von Frank Berger, IT-Dienstleistungen

Mentoring-Programm 2026 - Wissen weitergeben, Zukunft gestalten

Zu unserem 20-jährigen Firmenjubiläum starten wir Anfang 2026 ein Mentoring-Programm für Berufseinsteiger im Bereich Datenbanken. In einer Zeit, in der die Lage auf dem Arbeitsmarkt unsicher und oft widersprüchlich erscheint, möchten wir Orientierung bieten. Wir begleiten sie persönlich, praxisnah und mit echtem Know-how-Transfer.

Der Einstieg in die Welt der Datenbanken und der Verarbeitung von Datenströmen ist komplex: Technologien entwickeln sich rasant, Anforderungen steigen stetig und viele Unternehmen kämpfen gleichzeitig mit der Modernisierung ihrer IT-Landschaft. Noch immer werden zahlreiche kritische Legacy-Systeme betrieben, die – auch bedingt durch demografische Veränderungen, Transformationsprozesse und zunehmenden Kostendruck - dringend erneuert werden müssten.

Unser Mentoring-Programm setzt genau hier an: Wir fördern junge Talente, vermitteln praxisrelevantes Wissen und schaffen die Basis, um die technologische Zukunft aktiv mitzugestalten.

16. IT-Kongress Neu-Ulm | Ulm

Am 13.11.2025 sind wir als Aussteller auf dem IT-Kongress an der Hochschule Neu-Ulm vertreten. Der IT-Kongress steht unter dem Motto „KI, Cybersecurity & Co. Smarte Lösungen für eine sichere Zukunft“.

Das Programm des IT-Kongresses sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter folgendem Link: https://www.it-kongress.com/index.php/programmundanmeldung-2025/

Als IT-Dienstleister mit Schwerpunkt Datenbanken unterstützen wir Unternehmen in allen Phasen ihrer Projekte - von der Konzeption über Implementierung, Automatisierung und Monitoring bis hin zu Schulung und Know-how-Transfer. IT-Sicherheit ist für uns von Beginn an integraler Bestandteil: Security by Design und die Erfüllung regulatorischer Anforderungen gehören zu unserem Standard. Mit unserer tiefgreifenden Datenbank-Expertise schlagen wir die Brücke zwischen klassischer Datenarchitektur und modernen KI-Anwendungen - etwa beim Einsatz von Vektordatenbanken für RAG-Systeme oder der Echtzeitverarbeitung von Datenströmen mittels Machine Learning.

Wir freuen uns auf spannende Gespräche mit Ihnen!

20 Jahre Innovation, IT-Kompetenz und Zukunftsblick -Unser Firmenjubiläum

In diesem Jahr feiern wir ein besonderes Ereignis, unser 20-jähriges Firmenjubiläum - zwei Jahrzehnte voller technologischer Entwicklungen, spannender Kundenprojekte und kontinuierlicher Innovation. Was 2005 mit einer klaren Vision begann, ist heute ein etabliertes IT-Unternehmen mit tiefgreifender Expertise in der Entwicklung, Optimierung und Sicherung von IT-Systemen.

Rückblick: Von der Idee zur etablierten IT-Kompetenz

Unsere Reise begann mit der Überzeugung, dass Daten weit mehr sind als Zahlen in Tabellen - sie sind der Schlüssel zu fundierten Entscheidungen, effizienteren Prozessen und nachhaltigem Unternehmenserfolg. Daher stehen Datenbanken im Zentrum unserer Dienstleistungen. Von Architektur-Konzepten, Automatisierung und Monitoring zu Training und Know-How-Aufbau bei den Mitarbeitern unserer Kunden. So erfüllen wir den Anspruch, mit unseren Kunden tragfähige, sichere und zukunftsweisende Lösungen zu schaffen.

Heute: Von KI und IT-Sicherheit

In den letzten Jahren hat sich die IT-Welt rasant gewandelt. Künstliche Intelligenz (KI) ist dabei, ganze Branchen zu transformieren - und das Fundament dieser Entwicklung sind leistungsfähige, strukturierte und saubere Daten. Unsere Erfahrung im Datenbank-Bereich bildet die passende Brücke zwischen klassischen Datenarchitekturen und modernen KI-Anwendungen.

Wir begleiten Unternehmen bei der Frage: Wie machen wir unsere Daten KI-ready? Ob durch strukturierte Datenpipelines, semantische Modellierung oder durch die Integration moderner KI-Dienste in bestehende Datenbankumgebungen - wir gestalten aktiv mit.

In einer Ära zunehmender Cyberangriffe und wachsender regulatorischer Anforderungen ist es zudem unerlässlich, Daten nicht nur intelligent, sondern auch sicher zu verarbeiten. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden mit dem passenden Know-How, bei der Realisierung ihrer IT-Systeme, nach dem Security-by-Design Prinzip.

Blick nach vorn: Gemeinsam in die Zukunft

20 Jahre sind ein Meilenstein - aber längst kein Endpunkt. Unser Anspruch bleibt: Daten in Wissen verwandeln, Systeme sicher halten und unsere Kunden in der digitalen Transformation unterstützen. Dabei werden wir weiterhin auf technologischen Fortschritt, partnerschaftliche Zusammenarbeit und verantwortungsvolle IT-Lösungen setzen.

Wir danken all unseren Kunden, Partnern und Wegbegleitern für das entgegengebrachte Vertrauen. Ohne Euch wäre diese Reise nicht möglich gewesen!

Auf die nächsten 20 Jahre - mit Herz, Hirn und Hightech...